Abschiebung Aus Dem Paradies – Asyl Im Elysium? – Unglaublich!

Letzte Aktualisierung am 23. Januar 2026 by Hans Blazejewski

ZwangsAbschiebung aus dem Paradies

Eine historische Zwangsabschiebung und deren Folgen für die Menschheit

Freunde der schrägen Wendungen. Lesen Sie hier meine nicht immer (w)irren Gedanken zu einer historischen Abschiebung, festgehalten in einem sogenannten unglaublichen, aber frommen Bild, welches an der Balkendecke der Heiligen Geist Kirche in Wismar vor einigen Jahrhunderten (Barock) angepinselt wurde.

Dieser Adam-Eva-Fall hat Auswirkungen bis heute. Stichwort Erbsünde. Alle Nachkommen dieses Paares (Sie und leider auch ich) sind angeblich erbsündebelastete Kreaturen, die nur durch die Handlungen, z.B. einer Taufe, in den Zustand der Unschuld zurückgeführt werden können.

Zwangsabschiebung – die Erfindung von Pfaffen und anderen Kuttenträgern und ihr Geschäft.

Angst machen, Schuldgefühle hervorrufen und wahlweise das Heil bzw. die ewige Verdammnis verkünden oder beides in einem Atemzug. Eine der zentralen Lehraussagen der christlichen Kirchen ist, dass jeder Mensch in Vergangenheit und Zukunft ein Sünder sei.
Natürlich! Und eins, zwei, drei kommen sie gerannt und verkaufen dir Ablassbriefe, wollen dich erlösen und versprechen dir eine gepolsterte Kniebank im Paradies.

Ja, vor 10 Jahren war ich ein Pastor, und mein Geschäft bestand darin, andere und mich fühlen zu machen, daß wir Sünder sind und dann bot ich ihnen das Heil an.

Erst hängen sie dem neugeborenen Menschen die Erbsünde an, dann besorgen sie das Geschäft der Taufe (Hokuspokus, ist er sündenfrei), um ihn anschließend zu neurotisieren, mittels Geboten und Verboten, die er strikt zu befolgen hat, soll ihn nicht der Teufel holen. Und damit’s recht funktioniert, scheuen sie sich nicht, Schindluder mit der Elternliebe zu treiben, indem diesen vermittelt wird, dass das Neugeborene in die Hölle kommt, so es stirbt und nicht getauft ist.

Frage 8 des ‚Heidelberger Katechismus‘:
Sind wir so sehr verderbt, daß wir ganz und gar untüchtig sind zum Guten und geneigt zu allem Bösen?
Antwort: Ja, wenn wir nicht durch Gottes Geist wiedergeboren werden. Wir dürfen es getrost zugeben (..) wie schlimm wir von Natur aus sind und handeln …

Was sie hier lesen stammt aus einer Auflage von 1988 und nicht etwa aus dem 16. Jahrhundert.

Erst legen sie das Gift, dann rufen Sie: „Wir haben das Gegengift“.
Oh dreimal Schande! über die Totengräber der Liebe, über die, die von Liebe reden, aber Herrschaftsanspruch meinen und uns mit ihrem Meinungsterror das Böse so lange um die Ohren hauen, bis wir geneigt sind zu glauben, dass wir von Grund auf schlecht sind.

Nicht Liebe, sondern „Du sollst lieb sein“

ist das Credo unserer Gesellschaft, in ihren vielfältigen Institutionen wie Kirche, Gerichtsbarkeit, Militär, politische Parteien, Schulen. Auf deren Aushängeschildern, mit Schönschrift gemalt können wir lesen, wofür sie angeblich stehen: Gerechtigkeit, Moral, Ethik, Pluralität, Freiheit des Individuums, (hört, hört!!).
Hehre Worte. Dreht man die Schilder um und schaut dahinter, so wird einem der Etikettenschwindel bewusst, nämlich, dass deren Hauptfunktion letztlich darin besteht, Angst zu machen, Angst zu verbreiten um mit der Angst kontrollieren zu können. Mit anderen Worten: um unerwünschtes Verhalten zu verhindern, bzw. erwünschtes zu erzwingen.

Peter Stiegnitz formuliert in seinem 1981 bei Heyne erschienen Buch Frei von Angst:

Am konfessionellen Anfang war die Angst. Weil der Mensch seine eigenen Schwächen und seine Unvollkommenheit sieht, anderseits nach Einheit und Harmonie strebt, lebt er in Dauer-Angst. Das beste kirchliche Mittel gegen die Angst ist die ZUKUNFT…

Wobei wir die Zukunft vohl mit Recht im Jenseits orten können. Die Guten in den Himmel, die Bösen in die Hölle. Aschenputtel läßt grüßen.
Mit einem glücklichen, zufriedenen Menschen ist keine Religion zu machen. Hollywood hätte es nicht besser inszenieren können, das Stück „vom Sündenfall“.
Ein in sich ruhender, glücklicher Mensch verspürt kein Bedürfnis, Gott zu suchen. Und wer Gott nicht sucht, braucht auch keine Konfession, denn er ist sich selbst genug. Mit dieser Erkenntnis schufen die Pfaffen nicht nur die Lebensberechtigung ihrer Kirchen, sondern auch den Nährboden zur Aufklärung. Wenn jedoch ein Mensch unruhig wird, wenn er zu suchen beginnt und sich fragt:

Ich wurde geboren, lebe und werde sterben. Was hat das für einen Sinn?

Solch ein Sucher steht Sartre, Albert Camus und anderen Existenzialisten näher als den vatikanischen Märchenerzählern. Und so haben sie in Rom den Keim der Selbstzerstörung in ihr eigenes Werk eingebaut. Quasi ein bisschen ‚Gottes Rache‘. 🙂
Themenwechsel:

Äpfel, DAS Obst der Deutschen

Ich habe gelesen, dass Äpfel mit Abstand das beliebteste Obst der Deutschen seien. Wir essen tonnenweise Äpfel, so als ob wir diesen Sündenfall zwanghaft wiederholen müsssten. Was sagt uns das? Was meinen Sie?
Ach Eva. Du hast Mist gebaut damals, mit dem Apfel. Adamus hat ihn, um dir zu gefallen, gegessen. Mildernde Umstände wurden nicht anerkannt.
Mein Fazit: Shit happens – oder auch: Dumm gelaufen.

Nachfolgend eine ungekürzte Leseprobe aus meinem Buch:
Zeitbrücke – Geschichten zwischen Damals und Heute

 

Wenn das Aufenthaltsrecht endet: Abschiebung aus dem Paradies

Heil Eich, ihr deitschen Brüder!
Es is ä eichen Ding,
sing, mei Sachse, sing!

Reden wir über ein angeblich frommes Bild, das hier beschrieben werden soll.
Schauen Sie nur hin, denn so ist es ja tatsächlich, wir alle kommen kleiderlos auf die Welt. Übrigens auch unsere tierischen Mitbewohner.

Eva macht Glubschaugen auf Adam. Vielleicht mag sie sich keine Blöße geben. Weiter unten verdeckt sie ihre Scham oder sie diddelt sich (schamlos!) bisschen was. Er? Ein Jammerlappen. Sein Fortpflanzungsdingsbumms muss man mit der Lupe suchen. Der damalige Maler hätte sich bei den griechischen Darstellungen des Priapos Anregungen holen sollen, z. B. hier: der Traum aller Machos.

Wahrscheinlich wird Eva dem Adam gleich eine Szene machen, obwohl sie es war, die den Apfel … undsoweiter:
„Adamus! Heul jetzt nich rum, ich hab dir doch gesagt, lass den Apfel hängen. Aber nee, du glaubst, alles besser zu wissen“. Dann haut sie ihn verbal um und ruft: „Unterbrich mich nicht schon wieder. Lass mich ausreden. Immer willst du das letzte Wort haben. Typisch Mann!“

Ich will jetzt nicht weiter ins Einzelne gehen, sonst müsste ich nochmal von vorn anfangen, aber dann in sächsischem Dialekt. Dann könnte ich mir über diese gepinselte Ausweisung einen Ast lachen, würde ich mich nicht an die Abschiebung unliebsamer Vertriebener erinnern. Oder an solche, die erst gar nicht hineingelassen werden, in unser schönes kapitalistisches Paradies.

Oder man muss dieses Bild ganz anders lesen, etwa so:
Der Engel ist ein Angestellter des HP (Himmlischer Personenschutz) und beschützt Adam und Eva, die von Halleluja und Hosianna genug haben und nun ins Elysium emigrieren, nachdem die beiden dort um Asyl nachgesucht hatten. Weiß man nicht genau, ist zu lange her seit damals. Vielleicht haben die beiden Horaz Rede zur Auswanderung in die elysischen Gefilde gelesen und sich gedacht:

Deitsch on frei wolln mer sei. Do woll‘n mir eefach hi mache.

Nur noch paar Worte über den Engel. Die Flügel sind zu klein, damit gewinnt der Engel keinen Auftrieb. Roboteraugen hat er. Vielleicht ist er blind und lässt sich von Adam führen und sein Wellenschwert ist in echt ein himmlischer Blindenstock. Die Armbinde mit den drei Punkten, die denken wir uns dazu. Seine Hand auf Adams Schulter würde diese Deutung zulassen, denke ich.

Lassen wir es dabei bewenden. Vielleicht wollen Sie selbst das Wort ergreifen und eine Geschichte schreiben? In der Wismarer Kirche hat es an der Decke noch weitere fromme Szenen. Heute, in unserer gottlosen Zeit denkt man eher bei solchen Bildern an Lust und Dollerei und nicht an Lobgesänge zu Ehren des Herrn.
Wieso ist es eine männliche und nicht eine weibliche Gestalt da oben im sogenannten Paradies oder wenigstens ein Hermaphrodit?

PS: Mir ist schon bekannt, das Wismar in MeckPomm zu finden ist und nicht in Sachsen oder anderswo. Glauben Sie nicht? Dann fahren Sie doch hin, wenn Sie mir nicht glauben.

Zitat Wikimedia:
Satire ist eine Kunstform, mit der Personen, Ereignisse oder Zustände kritisiert, verspottet oder angeprangert werden. Typische Stilmittel der Satire sind die Übertreibung als Überhöhung oder die Untertreibung als bewusste Bagatellisierung bis ins Lächerliche oder Absurde. Üblicherweise ist Satire eine Kritik von unten (Bürgerempfinden) gegen oben (Repräsentanz der Macht), vorzugsweise in den Feldern Politik, Gesellschaft, Wirtschaft oder Kultur.

 


Lesen Sie auch meinen unernsten Beitrag mit dem Titel
Lyrikmord und Prosatod

 

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