Eine Geisterogel, die eine Bachfuge spielt: Eine fantastische Erzählung
Letzte Aktualisierung am 14. Juni 2024 by Hans Blazejewski

Eine fantastische Erzählung über eine Geisterogel, die eine Bachfuge spielte
Hier soll von dem Örtchen Nowe Nimoralny und dem Geschehen an seinem Grenzfluss zwischen zwei Kaiserreichen erzählt werden und warum eine Geisterorgel eine Bachfuge spielte.
Der drüben peitschte seine Kulaken, dass man deren Geschrei bis weit diesseits des Grenzflusses vernehmen konnte. Hier, die frommen Leute bekreuzigten sich, wenn das Elend derer, die die Knute der Knechtschaft grausam küsste, laut zum Himmel aufstieg. Wenn das Fluchen und manchmal auch das Schießen kein Ende nehmen wollte, dann strebten die Bewohner zu ihrem kleinen Kirchlein, um Trost von ihrem Herrchen, ihrem Herrn Pfarrer, zu empfangen.
»Der Deibel gait um«, murmelten sie oder sagten voller Mitgefühl: »Die armen Leutchen, das sind doch auch bloß Menschen wie wir«.
Auf dieser Seite der Grenze hielt ein stolzer Nachfahre einer langen Ahnenreihe von Kaisern und Königen, Raubrittern und Wegelagerern, die Geschicke seiner Bewohner in seinen Händen. Er kümmerte sich wenig um das, was in seinem Reich passierte. Hauptsache, seine Geldkatze war gefüllt. Und wenn der hiesige Kaiser Nachschub benötigte für sein ausschweifendes Leben, für seine Mätressen, seine Feste in seinem Kaiserpalast in der fernen Großstadt, so befahl er seinen Steuereintreibern, sie hätten dann und dann soundso viel und noch mehr von seinen Untertanen einzufordern. Wer den Tribut nicht leisten konnte, der wurde in den Turm geworfen.
Die Herrscher leben auf Kosten ihrer Untertanen
So lebten beide Herrscher auf Kosten des Volkes, hielten Manöver ab mit Tschingderassabum, hoch zu Ross sitzend auf schneeweißen Pferden. Tanzten mit den Schönsten des Landes. Tranken Sekt zum Frühstück. Sie ließen Essen auffahren, dass die Tische sich bogen, während das Volk Pellschucken mit grünem Hering aß, oder Peluschkenbrei. Die Schmarotzer würden ewig so weiter regiert haben, wenn nicht auf beiden Seiten die Menschen zur Selbsthilfe gegriffen hätten. Die drüben mit der Oktoberrevolution 1917, in deren Verlauf sie die Kaiserlichen – bumm – einfach umbrachten. Auf dieser Seite? Die Deutschen verjagten 1918 „ihren“ Kaiser mit Arschtritt während der sogenannten Novemberrevolution 1918/19. Das nun verjagte Kaiserlein verschwand aus dem Deutschen Reich, um im holländischen Exil wieder aufzutauchen. Machtlos, wie ein Kaiser ohne Kleider. Sie haben ihn nicht einmal gefragt, ob er abdanken wolle. Sie haben ihn einfach verjagt und hinterhergerufen: »Hau ab, wir haben genug von deinem Shit.«
Woher ich das alles weiß, was ich hier erzähle?
Nu, von meinem Omchen. Sie hat mich besucht in meinem Traum.
(…)
Wenn Sie mehr über mich, Hans Blazejewski, den Autor, lesen möchten und wie das endete mit der Geisterorgel. die eine Bachfuge spielt, dann schauen Sie doch in mein neues Buch. Spannende Geschichten zwischen Damals und Heute. Kurzgeschichten, die man gelesen haben muss.
Zeitbrücke – Geschichten zwischen Damals und Heute
ISBN: 9783758373909
Paperback – 230 Seiten
Verlag: Books on Demand
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