Neu Mertinsdorf: Als die Steuerschätzer des Königs kamen

Letzte Aktualisierung am 14. Juni 2024 by Hans Blazejewski

Gründung Neu Mertinsdorf AD 1586
Gründung Neu Mertinsdorf AD 1586

 

 

 

 

Also Neu Mertinsdorf

1585 übergab der ermländische Bischof Kromer dem Thomas Gulej ein Gebiet von fünfundzwanzig culmischen Hufen[1], in den Grenzen von Rydbach, Raschung, dem Nautsch-See, Kirschbaum, Kathreinen und Nassen gelegen, zur Besiedlung, Land das teilweise brach lag.
Quelle: Wojciech Kętrzyński: O ludności polskiej w Prusiech niegdyś krzyżackich


Wir lassen der Besiedelungsgeschichte ihren Lauf und wollen uns lediglich daran erfreuen, daß hier, soweit wir wissen, während des Dreißigjährigen Krieges keine nennenswerten Kampfhandlungen stattfanden.
Nach dem frechen Bubenstück des Potsdamers[2] anno 1772 ward die Beute gezählt, vermessen und geschätzt. Für Neu Mertinsdorf wurden dem König einundvierzig steuerpflichtige Einwohner sowie sechsundzwanzig Kinder unter zwölf und sechzehn Einwohner über sechzig Jahren gemeldet. Ferner fanden die preußischen Schätzer vierzehn steuerpflichtige Gänse sowie achtundzwanzig steuerpflichtige Hühner vor.
Mein Tipp, wenn Sie weiter in die Geschichte des Ermlandes „einsteigen“ wollen: Der Historische Verein für Ermland hat eine Geschichte über das Ermland verfasst.


[1] 1 culmische Hufe = 17,3387 ha, ca. 67 preußische Morgen
[2] gemeint ist König Friedrich II. (1740–1786), der das Ermland annektierte
 

 

Aus: Ermland-Blues – von Hurenkindern, einem katholischen Priester, einer Kräuterhexe und einer erträumten Heimat

 

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